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Gymnastik: Wohlfühltage in Bad Dürkheim

Die schon traditionellen „Wohlfühltage“ des SV Disbu führten vom 31. Juni bis 2. August dreizehn Sportlerinnen und Sportler für drei Tage nach Bad Dürkheim, der Kreis- und Kurstadt in der Pfalz.
Brigitte Metscher, Gymnastik-Übungsleiterin und seit vielen Jahren bewährte Organisatorin der Ausflüge und Unterkünfte, hatte ein abwechslungsreiches Programm angeboten, das Führungen zur Geschichte der Stadt, eine teilweise sportlich anspruchsvolle Wanderung und individuell nutzbare Freizeit im Schwimmbad vorsah.



Den Beginn machte eine Stadtführung, die das aktuelle Stadtgeschehen kenntnisreich mit der historischen Entwicklung verknüpfte: von der ersten wahrscheinlich nur 40 Jahre dauernden Besiedlung durch die Kelten, die römischen Gutshöfe, von denen einer der wichtigsten am letzten Tag des Aufenthaltes ausführlich in Augenschein genommen wurde, über wechselnde kirchliche und weltliche Besitzer im Mittelalter bis zur weitgehenden Zerstörung im zweiten Weltkrieg und dem Wiederaufbau. Die Karriere der Stadt mit Heilbadeeinrichtungen begann mit Traubenkuren. 1846/47 wurde der Gradierbau errichtet, der heute noch als Kur- und Gesundheitseinrichtung eine große Rolle spielt. Seit 1847 durfte sich Dürkheim deshalb „Solbad“ nennen, ab 1904 „Bad Dürkheim“.



Dass man bei der Pfalz selbstverständlich auch an Weinbau denkt, hat sehr viel mit den Römern zu tun, die hier bis zum 4. Jahrhundert siedelten. Größere Ausgrabungen begannen 1981, als bei der Rebflurbereinigung nach und nach eine Fülle an archäologischen Funden ans Tageslicht kam. Heute erkennt man, zumeist in Nachbildungen, das beeindruckende Ausmaß der Villa rustica in Ungstein, einem Ortsteil von Bad Dürkheim. Für die Geschichte des Weinbaus liefert die römische Kelteranlage ein vorzeigenswertes Beispiel. Darin befanden sich drei Becken, die der Verarbeitung von Trauben dienten. Funde von Geräten und Traubenkernen weisen ebenfalls auf die wirtschaftliche Grundlage der Villa hin. Sie belegen schon damals angebaute Vorläufer der Riesling-, Traminer- und Burgunder-Reben.

Sowohl bei der Stadtführung am ersten als auch bei dem Besuch in der römischen Villenanlage am dritten „Wohlfühltag“ kamen die Gäste und die kompetente Führerin gewaltig ins Schwitzen. Da half, zumindest kurzfristig, ein Besuch im Bad Dürkheimer Schwimmbad, dessen vielfältige Einrichtungen als Spaßbad bei einigen Rüsselsheimer wehmütige Erinnerungen wachriefen.
Am zweiten Tag sorgten ein deutlicher Temperaturrückgang und der schattenspendende dichte Wald dafür, dass die sportliche Rundwanderung vom Parkplatz an der Lindemannsruhe zum Ungeheuersee und zurück zumindest zu Beginn nicht allzu anstrengend wurde. Der nicht sehr tiefe Hochmoorsee liegt idyllisch mitten im Wald. Sein Name hat übrigens nichts mit Ungeheuern oder Waldgeistern zu tun, sondern leitet sich her von den Wörtern „Unger“ für Waldweide und „Heyer“ für Gehege.



Bei einer Naturmeditation an der Laura-Hütte konnte man sich konzentriert den Geräuschen der Umgebung hingeben – ein besonderes Erlebnis für lärmgeplagte Städter. Eine letzte Abkühlung brachte beim anspruchsvollen langen Aufstieg zum Ausgangspunkt der willkommene Regen.

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 05.08.2018.
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